11 septembrie 2013

Urlaub im Norden

Schweden. Leben bei Wikingern. 
Eine Woche Nomaden-Leben im Norden. Hier alle Bilder!

TAG 1. / 17 August 2013 / Samstag / 20:27

Wir sind seit 11 Uhr 16.08.13 Fr unterwegs. Vor kurzem Lager auf einem Insel in Schweden aufgeschlagen, gegessen und jetzt entspannt sich jeder, wie er will, bzw. kann.
Mihai, Mischu und Dana angeln, bis jetzt erfolglos. Mais und Brot helfen auch nicht viel.

Sebi verbrennt Holz in seiner Super-Holz-Verbrenn-Anlage, gewinnt dabei Energie, um sein Handy aufzuladen. Das Holz ist feucht, brennt sehr schwer. Es scheint, dass wir schon eine Woche unterwegs sind.
Wir sind auf einer ziemlichen großen Insel – Hästön - wo viele andere Scandtrack-Urlauber gestrandet sind.

Losgefahren sind wir am Freitag, den 16., um 16 Uhr von Frankfurt am Main/Hauptbahnhof/Pforzheimer Straße mit einem Bus, angekommen im Camp von Lennartsfors gegen 10 Uhr morgens am Samstag.

Unterwegs haben wir Pausen gemacht, sind mit 2 Fähren über See gefahren. Eine 45 min, andere 20 min. Beide in der Nacht, deswegen haben wir nicht so viel vom Ausblick, See und Küste mitbekommen.

Schon 1,5 Stunde vor der ersten Fähre roch es nach Regen, Nässe und Jod – See in der Nähe!

Im Bus hat uns der Fahrer mit seinen Geschichten, 2 Filmen und einem Scandtrack-Film unterhalten. Am Ende der Fahrt scheint man viel größer geworden zu sein und der Sitzplatz hat sich sicherlich verkleinert.

Im Camp begrüßt, mit heißem Getränk und kleinem Würstchen mit Brot gestärkt, ging es an die Sache.

Nachdem Proviant und Ausrüstung bekommen wurden, mussten wir unsere Sachen aus den Rücksäcken in die Wasserfesten Taschen umsortieren. Dabei füllte sich der Camp mit immer neuen Ankommenden-es kamen noch 3 Busse aus Deutschland!

Nach Umsortieren kauften wir noch eine paar Flaschen Bier und Angelscheine, haben uns Kanus von den zurückkommenden Urlaubern geschnappt, unsere Sachen, Gepäck, Tonnen, Kisten und uns selbst darauf beladen und los gepaddelt. Kurz vor der Abreise hat und ein Mitarbeiter von Scandtrack in die „Geheimnisse“ der Paddeln Kunst eingeweiht. Das wichtigste war ungefähr wie „Theorie bringt nichts, reinsetzten, lospaddeln und dann lernt ihr das!“ Das stimmte auch.
Vor und ist unberührte Natur, Wildnis ohne Bequemlichkeiten – super!

Tagsüber kommen wegen starken Winds hohe Wellen, es ist schwer, das Kanu zu bewegen. Aber morgen und abends ist es sehr still. Die ersten ein paar km am ersten Tag sind ohne Kantern und nass werden geschafft und wir lassen den Tag mit dem gemütlichen Abend ausklingen.

TAG 2. / 18 August 2013 / Sonntag

- Fish are in holiday, in Spain.


TAG 3. / 19 August 2013 / Montag / 20:45

Heute Morgen schien die Sonne, der Himmel war klar, kein starker Wind.

Wir haben gefrühstückt ohne was Besonderes zu kochen, außer eine Stunde Wasser kochen, um mir Müsli zuzubereiten. Am ersten Tag hat Sebi Müsli probiert und gesagt: „But it’s horrible!“ Heute hat er in seinen Kaffee auch sie reingemischt und alles verspeist.
Wir haben und von unserer Insel Hänsön verabschiedet und ganzen See nach Osten überquert. Der Wind ist stärker geworden und besonders auf offenen Flächen am Wasser kommen größere Wellen, aber wir haben es geschafft. Angehalten am 2. gesichteten Camping-Platz, um zu sehen wie es da aussieht, entdeckten wir eine wunderschöne Insel. Sie ist zwar kleiner, eher so wie ein riesiger Felsen, der aus dem Wasser herausragt, mit kleinen Buchten und einem Sandstrand! Es gibt auch Super-Trail-Running-Pfade, nur ein Kanu von jemandem, sonst ist Idylle.

Obwohl wir noch weiter paddeln konnten, denn es war erst 11:30, beschlossen wir hier anzuhalten, wegen Strand, Ruhe und vielversprechenden Buchten zum Angeln. Unser Camp schlugen wir an einer inoffiziellen Stelle auf, d.h. um ein Loch in der Erde mit Steinen ausgelegt, ohne Hütte.
Sofort haben wir Zelte aufgestellt und ein Dach-Segel für Sebis Hängematte-Schlafplatz. Danach gingen wir ans Holz-Vorbereiten. Auf dieser Insel gab es nicht so viele Baumstämme, wie auf Hästön. Sebi und ich haben gesägt, Mihai hat gespalten, Mischu geschlafen und Dana geangelt. Zum Mittag haben wir schnell und deswegen kalt gegessen, denn es war schon 15 Uhr. Inzwischen haben wir uns schön gebadet und Kleider gewaschen.

Leider kam der Wind vom Süden direkt am Sandstrand, so dass da große Wellen entstanden und es war sehr kalt da zu schwimmen. Wir badeten am Felsen im Windschatten, der lang ins Wasser abstieg und gleichzeitig die Möglichkeit bat, die Knochen in der Sonne zu wärmen. Das haben wir so lange gemacht, bis wir Bärenhunger verspürten und uns an die Provianttonnen heranmachten.

Nach dem Essen gingen Mischu und ich im Zelt schlafen, da wir durchgefroren waren. Dana, Mihai und Sebi haben in dieser Zeit vom Kanu aus um die Insel herum geangelt. Leider ohne Fang, aber die Fische waren gesichtet.
Gegen 18 Uhr haben wir uns Pasta mit Tomatensoße, Speck und Knoblauch zubereitet. Schmeckte einfach fantastisch! Danach waren Mischu und Sebi fast eine Stunde am Wasser um ganzes Geschirr zu spülen und es von Feuerflecken zu befreien. Ein fantastischer Anblick! Sonnenuntergang vom Felsen der Insel. Gleichzeitig von unserem Feuerplatz aus haben wir am Abend den aufgehenden Mond gesehen und hinter unseren Rücken sank die Sonne in Orange und Grün von Tannenbäumen.

Mihai ist noch einmal mit dem Kanu angeln ausgefahren, aber wieder ohne Fisch.

Retrospective:

Gestern sind wir am gleichen Ort geblieben, haben unsere Zelte an die Hütte näher gebracht und die Hütte besetzt. Wir waren die einzigen auf ganzer Insel! Also, nicht immer soll man gleich lospaddeln, um weiter zu kommen.
Den Tag haben wir genossen, viele Angelversuche, Enthusiasmus, ‚Enttäuschung, ohne Fisch.

Wir haben uns gebadet, das Wasser ist nicht so kalt, am kältesten ist es, wenn man nass im Wind stehen bleibt. Deswegen nur im Wasser bleiben und sobald ausgestiegen sich sofort trocken reiben und warm anziehen.

Wir haben viel Feuerholz für den Abend vorbereitet. Und viel gekocht – Dana hat Bohnen-Speck-Gericht gezaubert. Später haben wir die Kartoffeln in Glühten gebacken und Slonina am Feuer angebraten.

Wettbewerb der beste Bäcker
Dana und Mihai haben jeder nach eigenen Rezepten Teig geknetet: Danas sehr einfach – Mehl, Wasser und Backpulver und Mihai mit angebratenen Zwiebeln und Öl. Beide Varianten in Alufolie eingewickelt und am Feuerstelle ruhen gelassen. Dana hat 2 kleine Fladenbrote in einem Deckel vom Koch-Set ausgebacken – lecker und sehr einfach! Mihai wollte unbedingt gewinnen und hat eine riesen Pizza mit Tomatenpaste, Pilzen, Salami und Käse gemacht. Also, wir haben sehr viel gegessen. Vielleicht werden wir das erste Team in der Geschichte Scandtracks sein, die nach wenigen Tagen ohne Essen geblieben sind.

Auf jeden Fall muss ich gestehen, dass ich mit meinen Vermutungen über zu viel mitgenommenen Alkohol total falsch lag – die Flaschen werden sehr schnell leer, ohne dass wir viel trinken. Bis jetzt haben wir nach Baden und am Abend uns sehr sparsam eingeschenkt, um uns warm zu halten.

Mitgenommen wurden: 1 Flasche Veterano 0,7 L, 1 L Flasche Zujka, 0,5 L Jägermeister (Florian, wie Dana und Mihai es nennen). Am 3. Tag ist nur ein wenig von Zujka und halbvolle Flasche Veterano geblieben.
Am 2. Tag auf der Insel Hästön bin ich wandern gegangen. Überall sieht man Spuren von Traktoren, die gefällte Holz abgeschleppt haben, viele große Kaka von einem großen Tier, ich vermute von Elch. Von Heidelbeeren keine Spur, in dieser Saison hat man die alle schon verspeist. Ein wenig Preiselbeeren (schwedischer Name lingon) habe ich gesehen und natürlich gegessen. Von Pilzen auch nichts gesehen, aber in Pilzen sammeln verstehe ich auch nichts.

Alle drei Nächte schlafe ich sehr tief und ohne Träume, bemerkenswert.

Tag 4. / 20. August 2013 / 19:00

Heute dachte ich, und nicht ohne Grund, an den Film "Der Barbier von Sibirien" (ich muss ihn noch mal anschauen).

Am gegenüberliegenden Ufer läuft den ganzen Tag Holzhacken. Der Ufer ist felsig, der Boden ist uneben mit riesigen Brocken, aber ein Lastkahn kommt zum dritten Mal mit einem Traktor und einem Anhänger. Bereits gefällten Bäumen werden gesammelt und neue gefallen. Kahle Stellen sind zu sehen. Mit seiner Hand lädt der Traktor die gefällten Bäume auf dem Anhänger, die über das felsige, unebene Gelände zu einem Lastkahn auf dem Wasser transportiert, darauf geladen und auf dem Festland gebracht werden.
Heute waren wir nur eine Stunde und 10 Minuten unterwegs und haben einen Lagerplatz gefunden, aber ohne Häuschen. Zwischen den kleinen Inseln, wo der Wind durch Bäume geschwächt wird, ist viel einfacher und angenehmer zu fahren.

Nachdem unser Zelt aufgebaut war, haben Mischu und ich mit dem leeren Kanu eine Stunde Ausflug der Küste entlang gemacht.

Es ist schwer zu sagen, ob Schweden ein Land mit unzähligen Seen oder eher ein großer See mit zahlreichen Inseln ist.

Als wir Zelt aufbauten, haben Dana, Mihai und Sebi bereits einen schönen, ruhigen Plätzchen zum Angeln in nahliegender Buchte gefunden.

19.04 bis jetzt besteht der Fang aus nur einem kleinen unidentified Fisch. Er musste freigesetzt werden, es ist immer noch nicht genug für alle da.
Mittag trocken gegessen, ohne Feuer zu machen.

Wie immer, hat Sebi und ich ein wenig Holz gesägt. Vom gestrigen Lagerplatz brachten wir Holz mit, es sollte ausreichen.

Zum Abendessen bereitete Dana und ich Reis mit Jägerbraten zu, leider verspäten sich die Männer, sie sind in einem Kanu in die Bucht "um die Ecke" angeln gefahren. Auf unsere Radiosignale antworten sie nicht, die ihnen gewährte Zeit ist längst verstrichen. Wir sind hungrig!

Hurra! Sie sind angekommen! Ohne Fisch.

Zum Essen gab im Überfluss, noch eine Portion ist geblieben. Dana hat nicht gesehen, dass ein Paket für 2-3 Portionen reicht, nicht nur für eine, wie sie dachte. Nun, ich habe auch nichts gesagt, mehr ist besser als weniger.

Nach dem Abendessen - Geschirr spülen und los, wieder angeln!
Was tun wir, wenn wir 10 kg Fisch fangen? - Wir haben nicht so viel Salz zum Salzen. – Wir räuchern!

Der Barbier ist unermüdlich beim Sägen und Transportieren.

Außerdem wurden heute Nachmittag unsere Proviant-Tonnen ausgewertet: alle ausgenommen, sortiert und gesichtet was wir alles noch zum Essen haben und wieder in die Tonnen reingelegt.

Als alle Männer Richtung Norden weg geschwommen waren, um ein Dorf, bzw. eine Siedlung zu finden, wo man Bier kaufen konnte, haben wir uns nackt gebadet. Es war sehr schön, fast kein Wind, viel Sonne und warm an den Steinen zu sitzen. Die Haare blieben aber auch heute ungewaschen, wahrscheinlich erst am Ende der Reise, im Camp, werden sie verwöhnt.
Peeling mache ich mit dem Tuch und ein wenig spezieller Bio-Seife. Ich denke, es funktioniert, obwohl ich mich seit Tagen nicht in dem Spiegel gesehen habe.

Heute entdeckte ich einen Stein am felsigen Ufer, wo ich ohne Wind, da er versteckt ist, mich hinlegen und die Sonne tanken kann. wieder fühlte ich, dass ich in meinem früheren Leben ein Schopyrla war.

Tag 5. / 21. August 2013 / Mittwoch / 21:23

Im Unterschied zu den anderen Tagen, an denen Sebi mal in seiner Hängematte, mal in einer Hütte geschlafen hat, hat er dieser Nacht im Zelt mit Dana und Mihai geschlafen.

Nach Danas Worten hat sie mit Mihai Schlafsäcke getauscht, da er in seinem bis jetzt gefroren hat. Und jetzt möchte er nicht zurückgegeben.

Da unser Zelt nicht auf geradem Boden stand, beschlossen wir, Mischu und ich, mit den Köpfen zum Ausgang zu schlafen. Sein Schnarchen schallte so laut im Vorraum, dass ich dachte jemand kommt rein und nach halbe Stunde legte ich mich um. Mischu hat dieser Nacht schlecht geschlafen und ich habe geträumt, weil ich wahrscheinlich nicht so müde war.
Anyway, der Siberian Barbar weckte uns alle und viele andere in der Umgebung schon um 7 Uhr. Wir versuchten noch bis 8 zu schlafen, vergebens. Also – aufstehen!

Nach dem Frühstück (Sebi aß wieder mit Begeisterung Müsli!) und kurz Diskussion wohin wir schwimmen sollen sind wir los.

Mihai will schon seit 2 tagen unbedingt ins Geschäft oder ein Laden, um Bier und Schnaps zu kaufen.

Wir beschließen nach Nord-Osten, bis zum letzten Camping-Platz N°35, zu gehen. Dafür haben wir fast 2 Stunden gebraucht. Unterwegs sahen wir mehrere Häuser am Ufer, Stege mit Booten, Wiesen und Gehöfte. Typisch schwedisch – rote Häuser mit weißen Fenstern und Türen, nicht höher als 2 Stöcke. Über ein Häuschen direkt am Seeufer dachten wir, dass es Sauna sein soll. Nach meiner Vorstellung muss es im Winter fantastisch sein, da erst zu schwitzten und danach in Schnee oder in eiskaltes Wasser vom See zu springen. Gerne würde ich hier im Winter kommen, Mischu – auf gar keinen Fall!

Lager aufgebaut, Feuer gemacht, Mittag heiß gegessen (Linseneintopf mit Würstchen) und nach einer Pause gehen die Männer ca. 10 km bis zur nächsten Stadt Årjäng laufen. Mischu will laufen, Mihai will Bier kaufen und Sebi ist dabei. Für mich sind 20 km hin und zurück zu viel, ich bleibe mit Dana im Lager.
Wir gehen uns baden, wieder nackt. Mussten halbe Stunde auf die Sonne warten, denn heute ist wolkig. Wenn nicht Wind wäre – fast wie am Mittelmeer. Nach dem Baden und Kleider waschen bekamen wir Besuch – 2 erwachsene Männer auf einem Boot suchten auch Platz zum Übernachten. Sie sind ein paar Meter weiter gegangen, in die nächste kleine Bucht. Wir haben Feuerstelle und sie nicht, sie können doch jede Zeit kommen, der Platz ist für alle da. Nur will hier keiner die anderen stören oder teilen, geht lieber weiter wie wir am ersten Tag.

Beim Plaudern mit Dana habe ich vergessen, dass ich Brot backen wollte. Außerdem hat Dana bei Männern Brot bestellt. Und ich habe um eine originale schwedische Schokolade gebeten.

Und so kam in 3 Stunden erst Mihai – nicht besonders erfreut, ohne Bier und Schnaps. Mit Schoko für mich und Wasabi-peanuts für Dana. Es waren mehr als 20 km – etw. 26-28. Sie haben da getrunken, was sie konnten und zurück.
Als Männer badeten, haben wir mit Dana wieder gekocht – Frühlingssuppe mit Hühnersuppe, danach gab es Kartoffeln aus der Glut, Speck und Slonina am Stock. Pfefferminztee am Feuer mit Keksen – sooo gut!

Hier hört man eine Eule im Wald. Wenn man an Felsen steht, die wie Halbinsel ins Wasser liegen, kann man die Männer in nächster Bucht in ihrem Zelt sprechend hören.

Am Abend wird Holz verbrannt. Sebi hat zum 2. Mal sein BioLife Gerät angemacht – es wird Energie produziert für alle unsere Gadgets.

Gefischt hat heute keiner.

Der Mond ist bis jetzt wegen Wolken nicht zu sehen.
Der Sonnenuntergang war grandios, nicht in einer Linie am Horizont, sondern in Form einer Halbkugel mit unglaublichen Farben Lila, Rosa, Violett, die im Wasser wiederspiegeln.

Veterano gib noch, aber heute wird es sicher aus.

Sebi ist wie ein морж geschwommen, bis weit weg, unglaublich.

Zwei Zecken habe ich bei mir gefunden, die krabbelten noch. Gestern hat Mischu eine am Arm entfernt und Sebi hatte auch eine am Bauch gefunden.

Also – es gibt hier Zecken!

Wir sind verraucht bis zu Knochenmark, und das gefällt mir sehr. Noch nie war ich so lange draußen in der Natur – absolut andere Sichtweise eröffnet sich.

Es gibt hier viele Enten aller Arten – wir sollte was zum Schießen, und nicht zum Angeln nehmen.

Tag 6. / 22. August 2013 / Donnerstag / 21:28

Heute haben wir alle bis 9:22 geschlafen! Da wir gestern bis kurz nach zwölf noch am Feuer, eher an Gluten saßen. Es war so still, keine Bewegung – weder im Wasser noch in der Luft. Dieser Campingplatz ist sehr ruhig. Sebi hat in seiner Hängematte zwischen den Bäumen direkt am Ufer geschlafen. Vor dem Einschlafen hat er noch lange Zeit den Mond und über das Wasser den aufkommenden Nebel beobachtet.
Tägliche Routine – aufstehen, Schlafsack und Matte einpacken, Zähne putzten und Gesicht waschen am frischen Wasser, Spiritus-Kocher anmachen und weitere Sachen in die Wasserdichten Taschen einpacken, frühstücken. Das ganze Gepäck in die Kanus legen und weiter geht’s!

Bevor wir Richtung Ausgangspunkt steuerten, fuhren wir in einen kleinen auf der Karte gezeichneten Kanal rein. Aber auch nicht so weit – zwischen felsigen Ufern nach zwei kleinen Brücken stoppte uns das Geröll aus Steinen, wo Wasser sprudelte – also zurück.

An einem anderen Ufer entlang an einer Idylle und schwedischen Schnitzeln vorbei paddelten wir Richtung Lennartsfors, wo auf uns leider Ende unsere Reise wartete. Kurze Halt an dem Lagerplatz N°39, der uns nicht anzog und wir paddelten noch bis kurz nach 13 Uhr, als wir den N° 41 – Nystugeholmen - erreichten. Sofort ans Feuermachen - auf dem Wasser kamen auf einmal viele andere Kanuten – wir zeigen, dass wir hier an der Arbeit sind. Mihai hat Tannenbaumzweige gebracht um viel Rauch zu machen. Sebi und Mischu mussten Holz sägen und spalten so laut wie sie nur konnten. Alle Leinen waren ausgespannt, ganzes Hab und Gut aufgehängt. Zum Mittag gab es backen beans in Tomatensoße, kurze Pause zum Angeln und Tee machen.
Kleiner Spaziergang mit Mischu auf der Halbinsel und es geht wieder ans Essen. Um ca. 20 Uhr gab es nach Mihais Rezept gebackene in Alufolie und dann gebratene Kartoffel mit Zwiebel und dem Rest von Slonina – sehr lecker!

Kurz bevor Essen fertig war, sah ich an der stillen Wasseroberfläche so viele Kreise, die Fische beim Essen machen, dass ich nervös wurde, warum wir jetzt essen und nicht angeln. Gegen 21 Uhr fang Mischu einen kleinen Fisch, dann noch mehr, bis jetzt 7 kleine „Peskariki“. Alle sind verrückt und sitzen schon im Dunkeln beim Angeln. Am Nachmittag fang Mihai auch einen noch kleineren Fisch und benutzte ihn als Köder für größere щука (Hecht).

Viele Leute sind mit Kanus vorbeigekommen, alle sind weiter gefahren.

Meine Stirnlampe habe ich Mischu gegeben, denn er sitzt an einem steilen Felsbrocken und wartet weiter auf Fische. Habe sein jetzt gefunden und kann weiter schreiben.
Meine Hände riechen nach Fisch, ein paar Schuppen kleben an Fingern. Es erinnert mich an meine Kindheit, als mein Vater jung und ich noch junger waren. Er ist öfters angeln gegangen, manchmal für mehrere Tage und zurück mit vielen Fischen gekommen. Dann hatte meine Mutter viel zu tun: Fische ausnehmen, sauber machen Kaviar salzen, Fische braten, kochen oder einsalzen. Das war ein Riesenfest für unsere Katzen. Und der Vater selbst und alle seine Kleider rochen noch tagelang nach Fisch, so wie ich es jetzt rieche.

Heute beschlossen wir alle in der Lagerhütte zu schlafen, keine Zelte sind aufgestellt.

Wir wissen noch nicht, wohin wir morgen paddeln.

Hier Bild N° 3. Peskarik, bzw. was davon geblieben ist. Erster Versuch schmeckte nach Erde, Wasser und Wasserpflanzen. Nach mehr salzen und länger grillen wurden alle gegessen. Mihai hat sie alle mit einem Schlag auf dem Kopf getötet und mit seinem Messer ausgenommen.

Tag 7. / 23. August 2013 / Freitag / 21:58


Letzte Übernachtung am Lagerplatz N° 16 Getön nord.

Heute Morgen waren wir wieder die ersten Kanuten auf dem Wasser. An diesen Lagerplatz angekommen - ihn leer vorgefunden - hier hat uns allen gefallen – schon ist er besetzt. Gleich 2 Zelte aufgestellt, um die Besetzung zu zeigen. Ohne Feuer zu machen und Holz zu spalten (wir haben viel mitgenommen) haben wir Mittag gegessen und baden gegangen. Es war sehr sonnig, warn und wenig Wind. Meine Haare sind endlich gewaschen, nach dem Schwimmen habe ich mich in die Sonne gelegt. Dana wärmte sich auch auf den warmen Steinen, die so warm waren, dass sie einschlief. Nach Zögern schwammen auch die Männer.
Es kamen sehr viele Boote an und weg, keine hat neben uns Platz genommen, obwohl es viele Menschen in der Umgebung sammeln. Als Dana, Mihai und Sebi einen kurzen Trip Richtung Ausgangspunkt gemacht haben, haben sie da viele Menschen gesehen. Alle Touristen und Naturliebhaber sammeln sich, und am Strand sieht wie an der Costa Brava Strand im August aus.

Hier gib es keine Mücken, dafür aber Zecken – Mischu hat noch eine erwischt, an der Brust.

Nachmittag war so warm und still, dass sogar Mischu und gleich ohne Unterbrechung 5!!! Mal im Norden geschwommen ist und sich richtig gewaschen hat.

Heute hatte Mischu 2 Mal Monster-Fische am Hacken gehabt, sie rissen aber jedes Mal den Hacken ab. Sie waren so groß, dass alle in Aufregung waren. Sebi hat sich ein Speer aus seinem super Messer, das er an einen Stock mit Seil fest gebunden hat, gebastelt. Beim Monsterfangen hat er leider nicht getroffen.
5 Peskariki waren gegen 20 Uhr im Eimer mit Wasser. Aber niemand wollte sie essen - FREE PESKARIKI!!! - Dana hat sie in den See schwimmen lassen.

Wir haben uns richtig in den Norden verliebt – tolles Wetter, Schwimmen, Angeln, Abenteuer im Norden.

JUNGE, DAS IST NORDEN!

Der blaue Himmel mit tief schwebenden, langen weiß-blauen Wolken erinnert mich an zu Hause, genauso sieht er da aus. HOME, SWEET HOME!
In diesen 7 Tagen haben wir 3 kg Zwiebeln gegessen – für das ganze Jahr!

Essen hat viel zu viel gegeben, wir kommen dick zurück und werden viel Proviant weg schmeißen müssen.

Der Mond ist aufgegangen – grandios! An anderen Ufern sieht man andere Stelle mit Feuer, der Mond steht hoch, es ist still, wir sitzen am unseren Feuer – das ist ein unvergleichlicher, unvergesslicher Urlaub!

Meine Hose ist legendär geworden – niemals gewaschen, befleckt mit Fischschleim, Fett, Schmutz, Sand, Asche, Harz und weiß ich nicht noch was, hat sie sehr gut gedient, tagsüber als kurze Hose in Kanu, abends zog ich sie zusammen mit Jogginghose an –mehr braucht man nicht. Bin sehr stolz auf sie.
Mischu ist nicht nur komplett verräuchert, alle seiner Kleider und er selbst riechen nach Fisch und sind voll mit Schuppen und Schleim von Fischen, die er an sich gedrückt hat.

JUNGE, DAS IST NORDEN!

Super Urlaub!
Wir kommen wieder!
Danke, Scandtrack!

P.S. in Deutschland regnet es in Strömen.